Bunker-Index

PFL – Die Bunker der Position Avancée

Weit östlich der Stadt Lüttich vorgelagert, finden sich rund um einige Orte gelegen, jeweils mehrere Bunker: die Position Avancée (deutsch: vorgelagerte Postion oder einfach Vorposten).
Diese wurden angelegt, um bei einem von Osten durch die Deutsche Wehrmacht erwarteten Angriff entlang bereits bestehender Straßen, frühzeitig reagieren zu können und den Angriff zu verzögern, während die weiter zurückliegenden Reihen parallel in Alarmbereitschaft versetzt wurden.

Die insgesamt 65 Bunker wurden aus armiertem Beton gefertigt, die Wandstärken sind jedoch mit überwiegend 60cm an den Seiten, nur 40cm an der Rückseite und 50cm für die Decken deutlich geringer, als die der Bunker der PFL1 mit reguär 1,3m. So widerstehen sie lediglich einem Treffer mit einem Kaliber bis zu 77mm
Die Bunker sind auch deutlich kleiner angelegt, als die der PFL1: Die Außenmaße betragen lediglich 3,20m x 3,20m, die Innenmaße des einzigen Raums betragen 2,20m x 2m bei einer Innenhöhe von 1,70m, sodass ein aufrechtes Stehen im Innenraum kaum möglich war. Innen ist die Decke mit einer gewellten Schicht aus – vermutlich asbesthaltigen – Material verkleidet.
Auf der Rückseite wurden die Bunker mit einer abschließbaren, verzinkten Stahltür mit versehen, durch welche man direkt in der Bunkerraum gelangt. Eine Schleuse, wie bei anderen Bauformen, gibt es hier nicht.
Jeder Bunker verfügte über eine, mittels Metallklappe verschließbare, Schießscharte, die mit einem, auf einer „Chardome-Lafette“ schwenkbaren, Maxim 08-Maschinengewehr ausgestattet war.

Die Besatzung bestand aus jeweils vier Artillerie-Soldaten, der „Grenzradfahrer“ (franz.: cyclists frontière) welche mittels Fahrrad aus der lokalen Kaserne im jeweiligen Ort bzw. einem nahegelegenen Ort zum Bunker gelangten.
Diese Bunker waren nicht mit den Leitungen des Kommunikationsnetzes der PFL verbunden, sodass die Soldaten ab dem Verlassen der Kaserne nur noch per persönlicher Übermittlung Befehle erhalten bzw. Meldung machen konnten und auch nicht unmittelbaren durch die postes d’alerte bezüglich des Eindringens der Deutschen Arme gewarnt werden konnte.

Die Benennung der Bunker wurde hier sehr simpel gewählt, sodass diese je Ort schlichtweg im Alphabet durchgezählt wurden, wobei wieder je Ort im Südwesten begonnen und (weitestgehend) gegen den Uhrzeigersinn gegangen wurde.

Beusdael – je nach Quelle auch Beusdaël
ABC

Hombourg
A – B – C – D – E – F – G – H – I – J – K – L – M – N – O
Kaserne Hombourg

Henri-Chapelle
A – B – C – D – E – F – G – H – I – J – K – L – M
Kaserne Henri-Chapelle

Grunhaut
A – B – C – D

Dolhain
A – B – C – DE – F – G – H – I – J – K – L

Jalhay
A – B – C – D – E – F

Hockai
A – B – C

Malmédy
A – B – C – D – E – F – G

Stavelot
A – B – C – D – E – F – G – G“/H“
Die ursprünglich geplanten Bunker H und H‘ wurden nicht ausgeführt.

Die kursiv markierten Positionen wurden lediglich als Feldunterstand errichtet. Hierzu sind uns jedoch keine Standorte bekannt.